Mittwoch, 6. Februar 2013

Bilderbuchfamilie

Auf meinem Weg zur Arbeit kam ich immer an einem alten, windschiefen Häuschen vorbei. Es liegt ländlich am Waldrand neben einer Pferdekoppel. Dort wohnen zwei alte Leutchen und an eine Hauswand wurde mit Sprühfarbe "Jesus liebt dich!" geschrieben.

Jeden Tag fuhr ich dort vorbei und wartete darauf, dass irgendwann mal ein Maklerschild "Zu Verkaufen" im Vorgarten stehen würde.

Ich hatte eine Vision. Das kleine Häuschen war darin frisch renoviert, auf den Fensterbänken blühten die Geranien, ich stand barfuß in der Küche und backte einen Kuchen, während die Kinder im Garten spielten und lachten.

Das Häuschen steht heute noch nicht zum Verkauf. Draußen liegt Schnee und es ist nasskalt. Die Kinder hängen am liebsten vor der Glotze. Ich auch, um ehrlich zu sein.

Meine Version von der Bilderbuchfamilie ist weit entfernt von der Realität. "Viel zu hohe Ansprüche" höre ich immer von den Psychologen.

Und deshalb begnügen wir uns heute einfach mal damit, dass alles normal ist. Alltag. Einen schönen Mittwoch euch allen.


Kommentare:

  1. Liebe Sanna!

    Diese Vision könnte von mir sein :o) Was hatte ich für Vorstellungen... Mein Mann und ich... ein Glas Rotwein trinkend... angeregt plaudernd... Die Realität sieht so aus: Wir beide, viel zu oft schweigend weil zu müde zum Reden, auf der Couch liegend mit verspuckten Kleidern :o). Es könnte aber schlimmer sein *lach*.
    Dir auch einen schönen Mittwoch!
    Grüße, Iris

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  2. Oh, so was kenn ich!!!
    Klar sind es sehr hohe Ansprüche...aber man muss doch auch Träume haben nur dürfen die einen nicht runterziehen.

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