Montag, 30. Juni 2014

Spieglein, Spieglein an der Wand...

Jede Krise im Leben hat auch ihre guten Seiten. Es ist nicht schön, wenn man so lange akut krank ist. Und gesund bin ich noch lange nicht! Aber man bekommt doch ziemlich unverblümt zu spüren, auf wen man sich in seinem Umfeld so verlassen kann. Wer ist wirklich ein Freund und wer 'nur' ein Bekannter? Wer kümmert sich? Fragt nach? Lässt nicht locker?


 Eine Depression ist so ziemlich die einsamste Erkrankung, die ich mir vorstellen kann. Man ist in sich gekehrt, so beschäftigt damit den Tag zu meistern, dass keine Zeit bleibt Freundschaften zu pflegen. Ganz abgesehen davon, dass die Gefühlswelt so aus den Angeln gehoben wird, dass man die Notwendigkeit gar nicht sieht oder spürt. Ich und meine Erkrankung, der Mittelpunkt des Universums. Und doch ganz für mich. Geht nicht? Geht doch.

Und wenn man dann über ein Jahr keine Freundschaft pflegt, darf man sich nicht wundern, wenn am Ende nicht viele übrig bleiben.

Und doch sind noch Freunde da. Echte Freunde.

Die, die uns immer wieder angerufen und eingeladen haben. Auch, wenn wir absagten. Immer wieder. Die, die helfen wollten und doch nicht konnten. Die fragten: "Was können wir tun?" oder "Braucht ihr Hilfe?" oder vielleicht auch nur "Wie geht's?". Eine SMS oder E-Mail ist schnell geschrieben. Sollte man meinen.

Dann gibt es Freunde, von denen man gar nicht wusste, dass man sie hat. Die einem helfen, obwohl man sie nur flüchtig kennt oder jahrelang nicht gesehen hat. Die echtes Interesse zeigen und sich bemühen.

Und dann sind da noch die, die uns als Leidensgenossen begleiten. Betroffene, die wir in den dunkelsten Stunden trafen, und die uns ans Herz gewachsen sind. Neue Freunde. Auch das ist was Gutes.

Und - obwohl man es eigentlich wusste - traf einen eine ganz unerwartete Erkenntnis: Die besten Freunde sind immer noch in der Familie.

P.S. Wer mir bei Instagram folgen möchte, kann das hier tun.

Sonntag, 29. Juni 2014

Hinterfragt?

Ich bin schwer aktiv bei Instagram. Und neulich zeigte ich da ganz stolz meine neuen FlipFlops. In drei Farben für sagenhafte drei Euro pro Paar.


Und, hab ich mir auch nur eine Sekunde Gedanken gemacht, wie dieser Preis zustande kommt? Nein. Weil ich viel zu scharf bin auf coole Klamotten zu noch cooleren Preisen. Wer fängt an? Und werden Markenprodukte wirklich fair hergestellt?? Wie wird das bei euch gehändelt?

Ich gebe zu...ich kaufe bei Primark. Ich bin früher extra nach London gereist um dort zu kaufen...nicht nur natürlich. Es macht Spaß viel für wenig Geld nach Hause zu tragen. Politisch nicht korrekt. Zugegeben. Aber wenn ich fsir und günstig shoppen will, wo bitte geht das?

SonntagsSong Country Style

Der LauseEngel steht auf Country. Am liebsten Tim McGraw. Hier zusammen mit seiner Frau Faith Hill. Ich liebe es.


Im Hause LauseEngel geht es stark auf die Sommerferien zu. Schuljahresabschlussgrillen, Schulkonzert, Kindergartenanfang. Der normale Wahnsinn eben. Wir freuen uns, dass der Sommer zurück kommen soll und machen es uns bis zum Urlaub in einer Woche im Garten gemütlich. Und ihr so?

Freitag, 6. Juni 2014

Mein Sonnenschein

Seit einem Jahr werden der LauseBengel (aka LauseBaby) und ich in der LWL Klinik in Herten behandelt. Zunächst drei Monate stationär, seitdem ambulant. Einmal die Woche sind wir dort zur Gruppentherapie. Auf den ersten Blick eine normale Krabbelgruppe, auf den zweiten Blick eine Gruppe von Müttern, die die Hölle durchgemacht hat. Mütter, die ihre Kinder nicht lieben konnten, die ihre Kinder abgelehnt haben oder vielleicht -im schlimmsten Fall- Gedanken hatten, sich und ihren Kindern etwas anzutun. Alles Symptome einer postpartalen Depression. Auch wir gehören dazu.

Und dann, nach einem Jahr, der entscheidene Satz der Therapeutin: "Zwischen Ihnen und Linus gibt es nichts mehr zu therapieren."


Ein kleiner Satz mit soviel Bedeutung für uns. Der LauseBengel ist mein Ein und Alles.

Immer gut drauf. Nur Unsinn im Kopf. Und doch so liebenswert, dass man nicht lange böse sein kann. Ein Klettermaxe. Nichts ist zu hoch oder zu gefährlich. Alles schmeckt. Jeder muss geküsst werden. Ich bin so unendlich froh, ihn zu haben. Mein Sonnenschein.